Krisenerkennung

Was ist eine Unternehmenskrise?

Im Allgemeinen bezeichnet Krise – abgeleitet aus dem altgriechischen Wort "krisis" – eine "...Entscheidung bzw. entscheidende Wendung...", eine schwierige Sachlage oder Zeit, die den Höhe- und möglichen Wendepunkt einer gefährlichen Situation darstellt. Übertragen auf die Unternehmenskrise, lässt sich die Situation als eine Notsituation mit existenzbedrohendem Charakter bezeichnen.

Woran sind Unternehmenskrisen zu erkennen?

So vielfältig sich die Unternehmenslandschaft - gerade im deutschen Mittelstand - präsentiert, so vielfältig zeigen sich in der Praxis auch die Ausprägungen unternehmerischer Krisensituationen. Die verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen und auch Gesellschaftsformen reagieren differenziert auf potenzielle Einflussfaktoren für Unternehmenskrisen.  

 

Individuell vorliegende Unternehmenskrisen lassen sich anhand wesentlicher Faktoren, wie bspw. der / den auslösenden Krisenursache(n) in einen idealtypischen Krisenverlauf einordnen. Die nachfolgende Abbildung zeigt die idealtypische Krisenentwicklung ausgehend von der Stakeholderkrise bis hin zur Insolvenz.

Krisenphasen im idealtypischen Verlauf [nach IDW S6]

Krisensymptome erkennen

Hardfacts

Das Vorliegen einer Krisensituation im eigenen Unternehmen kann anhand typischer Symptome bzw. Veränderungen im Unternehmen erkannt werden. Die Problematik steckt hier jedoch im Detail. Eine Liquiditätskrise anhand typischer Symptome zu erkennen ist relativ einfach. Das fristgerechte begleichen von Verbindlichkeiten jedweder Art (Lieferanten, Löhne, soziale Abgaben etc.) wird zunehmend schwieriger und schlussendlich ist das Konto "leer" und die Post ist voller Mahnungen. Die beschriebenen Symptome gehören zu den "Hardfacts" und haben einen sehr offenkundigen Charakter. Sie lassen sich "schwarz auf weiß" ablesen.

Softfacts

Bei früheren Krisenphasen, wie bspw. der Stakeholder- oder Strategiekrise ist die Situation anders geartet. Die Symptome sind weniger offenkundig und damit nur schwer zu erkennen. In der Regel handelt es sich in diesen Krisenphasen um sogenannte "Softfacts" die nur schwer zu messen sind. "Wie steht es mit der Mitarbeitermotivation? - Wie gut / schlecht ist die Kommunikation im Unternehmen? - Wie stehe ich im Markt? - Hat der Leistungsträger wirklich aus persönlichen Gründen gekündigt?"

 

Diese Fragen zu beantworten fällt deutlich schwerer, als auf einem Kontoauszug eine 100%-ige Inanspruchnahme der verfügbaren Linien abzulesen! Die Antworten darauf liegen grundsätzlich vor. Sie zu erkennen bedarf jedoch einerseits dem Bewusstsein dafür und andererseits einem gewissen Aufwand, um die Antworten zu finden.


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