Personalführung

Personalführung bleibt der wichtigste operative Hebel für das Erreichen betrieblicher Ziele. Untersuchungen zeigen, dass 80% der Fehler in Unternehmen, zum Teil mit weitreichenden wirtschaftlichen Schäden, direkt auf Unzulänglichkeiten, Unterlassungen und Defizite bei der unmittelbaren Führung auf Team-, Gruppen und Abteilungsleiterebene zurückzuführen sind.
Da in aller Regel langjährig bewährte Fachkräfte mehr oder weniger erwünscht in diese Leitungsebene aufgestiegen sind, liegt die Herausforderung darin, die tatsächlich vorhandenen Leitungsqualitäten sicher zu erkennen. Fehlen diese in seinem Profil, so hat der betroffene Mitarbeiter mit dauerhafter Fehlbeanspruchung und Überforderung zu kämpfen, die sich nicht selten in massiven körperlichen Beschwerden niederschlagen.
Erschwerend hinzu kommt, dass in keinem Berufsfeld Leitungswissen wirklich systematisch und wissenschaftlich basiert bereitgestellt und die Leitungsaufgabe im Sinne eines vollständigen Aufgaben-Profils aufbereitet ist. Zumeist finden sich Gemeinplätze wie „Der Leiter trägt für seinen gesamten Bereich die Verantwortung im Rahmen seiner Befugnisse. Er führt seine Mitarbeiter fachlich und disziplinarisch.“ So bleiben frisch ernannten Führungskräften in den allermeisten Betrieben die Methoden von Versuch & Irrtum bzw. das Lernen am (un)tauglichen Modell als einzig verfügbare Orientierung.
Kompensiert wird dies häufig durch mehr oder weniger umfangreiche Führungskräfte-Schulungen. Die Mitarbeiter mit Leitungsaufgaben werden externen Schulungsanbietern anvertraut, die sich im Extrem mit zum Teil abenteuerlich anmutenden Heilskonzepten oder – als Folge schmaler Fortbildungsbudgets – mit praxisfernen Standardinhalten andienen.
Im günstigen Fall stellt eine solche Maßnahme tatsächlich Leitungsbefähigung her. Offen bleibt die Frage nach der Leitungsmöglichkeit dort, wo die Bedingungen erfolgreicher Leitung ihren Ursprung haben: bei der Aufbau-Organisation und Leitungsstruktur. Wenn Parameter wie Leiter-Bindung und Leitungs-Spanne leistungsförderlich ausgelegt und Entscheidungsbefugnisse in ihrer Struktur und im betrieblichen Alltag abgestimmt definiert sind, sind die notwendigen Voraussetzungen für leistungswirksame Leitungsimpulse gegeben.


