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Arbeitsgestaltung

Die betriebliche Gestaltung von Arbeit, die Definition von Arbeitsgängen und einzelnen Ausführungsschritten ist eine besondere Herausforderung. Zu oft wird sie als reine Anpassungsleistung an die Vorgaben von Gebäudemerkmalen, Produktionsmaschinen und Software-Beschaffenheit abgeleitet. Die Folge ist, dass der Mensch mit seiner Tendenz zu Bequemlichkeit seine eigene Vorstellung von „guter Arbeit“ realisiert und früher oder später notwendige Arbeitsschritte verkürzt, ändert oder gar auslässt. Die Nicht-Beachtung von Sicherheitsvorschriften in der Produktion, wie das Tragen der Schutzkleidung, oder die Missachtung von Hygienevorschriften, wie das Desinfizieren von Händen, sind prototypische, aus diesem Vorgehen resultierende Beispiele für schadensgeneigte Arbeitsmuster und ablauforganisatorische Problemzonen.

Dieser Umstand zeigt, dass Arbeitsgestaltung ein wichtiges Aufgabenfeld überall dort ist, wo der Mitarbeiter selbst durch sein Tun oder Unterlassen die Weichen für die Qualität der erzeugten Produkte und erbrachten Dienstleistungen stellt.

Die naheliegende, aber übereilt-kurzschlüssige Annahme, ist, dass der Einsatz von mehr Technik Sicherheits- und Qualitätsrisiken ausschließen oder doch wesentlich reduzieren könne. So richtig und hilfreich deren Einsatz ist, so zeigt sich doch, dass ein Risiko nur durch ein anderes ersetzt wird. Wo der Mensch eingreift, steuert und herstellt, gilt es, die allgemein gültigen psychologischen Gesetze, die erforschten Wahrnehmungs-, Erlebens- und Denkprofile, im Zuge der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen, um das Arbeitsverhalten so zu steuern, dass am Ende Qualität, Termin-Treue und wirtschaftlicher Erfolg für alle Beteiligten zu Buche stehen.

Diese arbeitspsychologisch relevanten Grundlagen dienen darüber hinaus auch der Sicherung von Service-Qualität. Wahrnehmungsschwellen zum Beispiel für Sauberkeit und Ordnung sowie Transparenz der Kunden-Lieferanten-Konstellationen geben vielfach den Ausschlag dafür, die innerbetrieblichen Produktions- und Erstellungsprozesse plangerecht und störungsfrei abzuwickeln.

Das skizziert für die Arbeitsgestaltung ein Aufgabenfeld, das weit über die klassischen REFA-Studien hinaus mit gesichertem Wissen und wissenschaftlicher Expertise den entscheidenden Wettbewerbsvorteil fördert: Arbeitsgestaltung als Erfolgsfaktor.